Zur Geschichte der Albrecht-Dürer-Schule

Die Wurzeln unserer heutigen Albrecht-Dürer-Schule sind in der Handwerkerberufsschule zu finden, die nach einer Neuordnung des gewerblichen Schulwesens in Düsseldorf 1921 gegründet wird. Der Grundgedanke der beruflichen Bildung wird hier als „… Durchführung der Ausbildung … in einer einheitlichen Schulgemeinschaft für jeden Berufszweig“ niedergelegt. 1927/28 erhält diese Handwerkerberufsschule ein eigenes Schulgebäude an der Stromstraße, Ecke Fürstenwall, in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem heutigen Standort. Die Albrecht-Dürer-Schule gehört somit seit fast einem Jahrhundert als Bildungsinstitution zum Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk.

Nachdem die Stadt Düsseldorf zur dringend erforderlichen Renovierung des Gebäudes an der Stromstraße 1929 eine Million Mark bewilligt und ein Ausbau in die Tat umgesetzt wird, verfügt die Schule über „60 modern eingerichtete Klassenräume und eine Reihe von Lehrwerkstätten“. 1930 werden bereits 2022 Schüler in 69 Klassen von 40 hauptamtlichen Lehrern unterrichtet. In der angegliederten Fachschule für das Handwerk lernen 457 Schüler in 54 Klassen.

Unterbrochen durch die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, in dessen Verlauf das Schulgebäude an der Stromstraße durch Bombenangriffe bis auf die Grundmauern zerstört wird, beginnt im Oktober 1945 zögerlich der Unterricht in Notunterkünften, die über die ganze Stadt verteilt sind. 1954 wird der Schule dann endlich wieder ein eigener Standort zugewiesen. Die Schulleitung kann zur feierlichen Übergabe in die heutige Adresse einladen. O-Ton der Düsseldorfer Presse: „Fürstliche Schule am Fürstenwall“.

Auch im neuen Gebäude leidet die Schule schon bald wieder unter Raumnot. Diese ist der Tatsache geschuldet, dass sie die Räumlichkeiten am Fürstenwall mit der Werkkunstschule, vormals „Meisterschule für das gestaltende Handwerk“ teilen muss. Durch Grundstückkäufe auf der Florastraße kann mit Beginn des Jahres 1965 endlich ein Erweiterungsbau bezogen werden.

Am 17.12.1970 beschließt der Rat der Stadt Düsseldorf, der Handwerkerberufsschule am Fürstenwall den Namen „Albrecht-Dürer-Schule“ zu verleihen. Die Initiative für diesen Beschluss war von der Schulleitung und dem Lehrerkollegium ausgegangen. Albrecht Dürer als Künstlerpersönlichkeit der Renaissance, als Malerfürst, cleverer Start-Up- Unternehmer und den neuen Medien zugetan, stellt nicht nur eine Brücke zwischen Gestern und Heute dar, sondern verkörpert als begabter Handwerker, erfolgreicher Wissenschaftler und wissbegierig Lernender, der er lebenslang war, das verbindende Element für alle an der Schularbeit der Albrecht-Dürer-Schule Beteiligten. Gleichzeitig mit dieser Namensgebung erfolgt die Umbenennung der Werkkunstschule in Peter-Behrens-Schule.

Die folgenden Jahre sind durch Expansion geprägt. Nachdem der Albrecht-Dürer-Schule eine Fachoberschule für Gestaltung und Bautechnik angegliedert wird, erweitert sich die Abteilung Druck- und Medientechnik um eine Fachschule für Drucktechnik, die unserer Schule auch bundesweit Geltung verschafft, melden sich doch Studierende aus dem ganzen Bundesgebiet bei uns an. Inzwischen umfasst unser Bildungsangebot eine weitere Fachschule für Hotel, Gastronomie und Systemgastronomie.

Raumnot scheint zum festen Programm der Albrecht-Dürer-Schule geworden zu sein. Bereits 1976 erfolgt die Einrichtung einer Dependance für die Abteilung Gestaltungstechnik, zunächst in der Schwerinstraße, heute in der Pestalozzistraße im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt. Da Hotellerie und Gastronomie aufgrund der zunehmenden Bedeutung Düsseldorfs als Wirtschaftsstandort und Touristikziel boomen, schlägt sich diese Entwicklung auch in unseren Schülerzahlen nieder. Eine zweite Nebenstelle für unsere Abteilung Gastronomie wird in unmittelbarer Nähe, in der Konkordiastraße, eingerichtet.

Im Jahr 2013 gliedert sich die Albrecht-Dürer-Schule in sieben Abteilungen, in denen annähernd 4.400 Schülerinnen und Schüler von derzeit 134 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Die Albrecht-Dürer-Schule ist Partnerin in 38 Berufen aus Handwerk und Industrie. Mit der Abteilung „Berufliche Einstiegsqualifizierung“ wenden wir uns seit einiger Zeit auch an Jugendliche, die eine Berufsausbildung oder eine berufliche Tätigkeit erst anstreben, also noch vor einer Ausbildung stehen. Somit beschreiben wir heute unser Profil als dreistufig: wir bereiten junge Erwachsene auf eine Berufsausbildung oder berufliche Tätigkeit vor, begleiten sie während ihrer Ausbildung und bieten auch nach der beruflichen Erstausbildung Weiterbildungsmöglichkeiten in unseren Fachschulen an.

 
 
Quelle: Hennesen, Reinhard: Von der Sonntagsschule … zur Albrecht-Dürer-Schule, Beitrag in der Festschrift aus Anlass der 25jährigen Namensgebung der Albrecht-Dürer-Schule, Düsseldorf, 1995