Gestaffelte Wiederaufnahme des Unterrichts für ausgewählte Klassen des 1. und 2. Ausbildungsjahres ab 14.05.2020

Leitbild

Leitbild des Albrecht-Dürer-Berufskollegs

Seit der Erstellung des ersten Schulprogramms des Albrecht-Dürer-Berufskollegs sind inzwischen neunzehn Jahre vergangen. Die Bildungsgänge haben sich seitdem zum Teil verändert, manche sind weggefallen, neue sind hinzugekommen. Abteilungen sind zusammengelegt worden, eine neue Abteilung für die berufliche Einstiegsqualifizierung ist entstanden. Von den vielen Verbesserungsgruppen, die im ersten Programm noch beschrieben wurden, lebt nur noch die Gruppe Energieeinsparung, Sauberkeit und Umwelt, andere Bereiche sind inzwischen institutionalisiert und an Funktionsträger gebunden. Insofern ist ein Teil dessen, was im ersten Programm beschrieben wurde, in den vergangenen Jahren umgesetzt und ein fester Bestandteil der schulischen Arbeit geworden. Doch nicht nur diese Veränderungen ließen es nötig werden, das Schulprogramm des Albrecht-Dürer-Berufskollegs  neu zu schreiben. Inzwischen sind neue Lehrkräfte hinzugekommen, die Schulleitung ist neu, die Ansprüche an ein Schulprogramm haben sich verändert und – last not least – haben wir durch den Bezug des neuen Schulgebäudes in Benrath andere Möglichkeiten des Unterrichtens und der Zusammenarbeit zwischen allen Bereichen unserer Schule, die jetzt an einem Standort vereint sind.

War es in den ersten Jahren noch eine Pflichtübung, ein Schulprogramm zu erstellen, so hat sich inzwischen an unserer Schule die Einsicht ergeben, dass Schule eben nicht „nur so“ gehalten wird, sondern von festen Grundsätzen und Wertvorstellungen geprägt ist. Diese Leitideen, Grundsätze, also unser Selbstverständnis sollen in dem hier vorliegenden Leitbild unserer Schule beschrieben werden. Dass dies nur eine Momentaufnahme darstellt, die dynamisch ist, liegt in der Natur eines solchen Programms.

Das Albrecht-Dürer-Berufskolleg  ist in seinem Bildungsangebot dreigliedrig aufgebaut.

Vor der Ausbildung

Die berufliche Einstiegsqualifizierung wendet sich an Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen den Einstieg in eine Berufsausbildung noch nicht vollzogen haben. Hier unterrichten wir Jugendliche wie unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, die von ihrer Zielrichtung auf das Erlernen der deutschen Sprache abheben, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in Vollzeitmaßnahmen zur beruflichen Qualifizierung, die neben zwei Berufsschultagen drei Tage in Praktika verbringen und dort weiter von unserem Sozialpädagogen begleitet werden sowie Jugendliche aus Maßnahmen der dualisierten Berufsvorbereitung in Kooperation mit Bildungsträgern.

Dazu kommen vier einjährige Berufsfachschulen, die neben der Verbesserung des allgemeinbildenden Schulabschlusses auch vertiefte Einblicke in jeweils ein Berufsfeld ermöglichen.

Während der Ausbildung

Der Schwerpunkt der Schule liegt im dualen System, der klassischen Berufsausbildung in gewerblich-technischen Berufen, zurzeit immerhin 30 Ausbildungsberufe aus Handwerk, Dienstleistung und Industrie. Dieses Kernstück unserer schulischen Arbeit war und ist uns sehr wichtig. Wir haben uns immer schon als Partnerin in der beruflichen Bildung verstanden, die schulisch begleitet; schulisch-berufliche Vollzeitausbildung ohne die dualen Partner in Handwerk, Dienstleistung und Industrie liegt nicht in unserem Blickpunkt.

Nach der Ausbildung

Im Bereich der nachberuflichen Bildung sind wir mit zwei Fachschulen in der postsekundaren Weiterbildung vertreten. Wir bieten fertig ausgebildeten Gastronominnen und Gastronomen bzw. Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung in der Druck- und Medientechnik die Möglichkeit an, sich in zweijähriger Vollzeitausbildung zum/zur Staatlich geprüften Betriebsleiter/-in bzw. zur/zum Staatlich geprüften Techniker/-in weiterzuentwickeln.

Unser Selbstverständnis von Schule

Auf den zuvor genannten drei Säulen ruht das Albrecht-Dürer-Berufskolleg. Die Kolleginnen und Kollegen sehen es als ihre Kernaufgabe an, Jugendliche bzw. junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Beruflichkeit zu begleiten und zu qualifizieren, um sowohl eine berufsfeldbreite horizontale als auch innerhalb des Berufes eine vertikale Entwicklung anzulegen und zu begleiten sowie die Schülerinnen und Schüler in ihrer personalen und gesellschaftlichen Handlungskompetenz zu stärken.

  • Den sich permanent verändernden Bedingungen der Arbeitswelt versuchen wir dadurch Rechnung zu tragen, dass Lehrkräften Praktika in den von uns vertretenen Ausbildungsberufen ermöglicht werden und dass sie an Fortbildungen didaktischer, methodischer und medialer Zielsetzung durch schulinterne und -externe Angebote regelmäßig teilnehmen können.
  • Wir arbeiten daran, dass unsere Lehr- und Lernverfahren sich schwerpunktmäßig daran orientieren, Jugendliche auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung in die Pflicht zu nehmen und sie zu fördern. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir neben der Verpflichtung für die Schülerinnen und Schüler sowie den Erwartungen der Betriebe an eine sach- und fachgerechte Ausbildung ebenfalls einen staatlichen Auftrag erfüllen, indem wir moralische Wertvorstellungen vorleben und vermitteln wollen, um unsere Schülerinnen und Schüler zu sozialem und verantwortlichem Verhalten zu erziehen.
  • Wir versuchen, unsere Schülerinnen und Schüler so anzunehmen, wie sie in ihrer Unterschiedlichkeit zu uns kommen, um sie entsprechend ihren Anlagen zu fördern und zu fordern. Dabei versuchen wir, unangemessenes Verhalten, das z.B. andere in ihrer Freiheit oder Persönlichkeit eingrenzt, als das zu nehmen, was es ist: eine Entscheidung für ein Verhalten, auf das wir erzieherisch einwirken, indem wir Konsequenzen des Verhaltens aufzeigen. Wir wollen dabei nicht mit Schuldzuweisungen arbeiten, sondern den Weg für Veränderung ebnen.
  • Der Kritik unserer Schülerinnen und Schüler stellen wir uns regelmäßig durch Evaluation. Sie dient der eigenen Reflexion des Lehrerverhaltens, der Einschätzung von Stärken und Schwächen und nicht der Überprüfung durch Schulleitung, Schulaufsicht oder andere. Auch der Dialog mit außerschulischen Partnern (Kammern, Betrieben, Trägern) in regelmäßigen Betriebssprechtagen hilft uns, die Qualität unserer Arbeit zu verbessern.

Unser Verständnis von kooperativer Leitung

  • Unsere Schule ist dezentral in Abteilungen gegliedert. Die Abteilungsleitungen bilden zusammen mit der Schulleitung und weiteren Funktionsträgern das Leitungsteam unserer Schule. Dieses Leitungsteam trifft gemeinsame Entscheidungen zur Arbeit, Organisation und Entwicklung der Schule. Dafür ist es notwendig, dass die mit Leitungsaufgaben versehenen Funktionsträger ein gemeinsam definiertes und klares Rollenbild von ihrer Leitungstätigkeit haben, das sie in ihre Bereiche hineintragen.
  • Um gute Arbeit leisten zu können, brauchen Lehrkräfte Unterstützung und Freiheit bei ihrer pädagogischen Arbeit. Hohe Arbeitszufriedenheit garantiert nicht zwangsläufig guten Unterricht, ist aber ein wesentlicher Gelingensfaktor. Eine wichtige Aufgabe der Schulleitung ist es, für hohe Arbeitszufriedenheit zu sorgen. Dies geschieht u.a. durch Hilfestellung bei Problemen, klare Aufgabenverteilung, Entlastung der Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben, schnelle Erreichbarkeit von Unterstützern und durch eine gute Sachausstattung der Schule. So wie Lernen nur in angstfreier Unterrichtsatmosphäre gelingen kann, kann gute Arbeit ebenso nur in einer fehlertoleranten Umgebung geleistet werden, in der wir wertschätzend und respektvoll miteinander umgehen. Durch Begleitung versuchen wir, jungen Kolleginnen und Kollegen Unterstützung in der Berufsanfangsphase zu geben – wir erheben keinen Anspruch auf Perfektion, aber wir arbeiten an einer stetigen Verbesserung der Qualität unserer Arbeit.

Das Unterrichten unserer Schülerinnen und Schüler ist unser Kerngeschäft. Dennoch macht es nur einen Teil unserer täglichen Arbeit aus. Wir erziehen, beraten und beurteilen, wir schlichten Streit und konferieren, arbeiten in Prüfungsausschüssen, planen Klassenfahrten und bestellen Lernmittel, korrigieren Klassenarbeiten und bereiten unseren Unterricht vor und nach. Gespräche mit Betrieben, Schulpsychologen, Sozialarbeitern, der Drogenberatung und der Polizei gehören zum täglichen Geschäft. Laufbahnberatung, Schuldnerberatung und Seelsorge werden ebenfalls von uns geleistet. Für einige dieser Leistungen fühlen wir uns bisher unzureichend ausgebildet, verweigern können und wollen wir uns aber diesen Anforderungen des Berufes nicht; schließlich geht es ja um unsere Schülerinnen und Schüler. Da dieses Leitbild jedoch auch Auskunft geben soll vom Stand unserer inneren Schulentwicklung, verdeutlicht diese Aufzählung, warum wir mit Selbstbewusstsein unseren Beruf an der Albrecht-Dürer-Berufskolleg ausüben und die vielfältigen Aufgaben als das sehen, was sie sind: Herausforderungen, denen wir uns gerne stellen.

Um eine vertiefte Einsicht in die Arbeit der einzelnen Abteilungen und Bildungsgänge an der Albrecht-Dürer-Schule zu erhalten, verweisen wir an dieser Stelle auf unsere Internetpräsenz unter www.ad-bk.de. Sie zeigt die inhaltliche Ausgestaltung unserer Bildungsarbeit und kann flexibel auf veränderte Gegebenheiten im Tagesgeschäft reagieren.

Stand: 02.04.2019