
{"id":253,"date":"2018-05-24T16:49:17","date_gmt":"2018-05-24T14:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bk-albrecht-duerer.eschool.de\/adbk_wordpress\/?page_id=253"},"modified":"2022-12-05T12:36:50","modified_gmt":"2022-12-05T11:36:50","slug":"albrecht-duerer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bk-albrecht-duerer.eschool.de\/adbk_wordpress\/index.php\/ueber-die-schule\/profil\/albrecht-duerer\/","title":{"rendered":"Albrecht D\u00fcrer"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"post_start\">\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Albrecht-D\u00fcrer-Berufskolleg &#8211; wir tragen einen gro\u00dfen Namen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 17. Dezember 1970 entspricht der Rat der Stadt D\u00fcsseldorf dem Wunsch des Lehrerkollegiums und der damaligen Schulleitung und verleiht unserer Schule den Namen &#8222;Albrecht-D\u00fcrer-Schule&#8220;.<br>Warum gerade Albrecht D\u00fcrer? Welche Bedeutung kann eine K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit der Renaissance f\u00fcr unsere Kolleginnen und Kollegen, f\u00fcr unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, f\u00fcr ein modernes, gewerblich-technisches Berufskolleg im Rheinland haben? Antworten auf diese Fragen finden wir in der Betrachtung der Lebensumst\u00e4nde und Wesensz\u00fcge des K\u00fcnstlers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1484 zeichnet sich der dreizehnj\u00e4hrige D\u00fcrer im Halbprofil, das Gesicht wirkt noch kindlich, aber schon unverkennbar und detailgetreu, die Darstellung l\u00e4sst offensichtlich einen Hang zur Perfektion erkennen.<br>D\u00fcrer, der Goldschmied werden soll wie sein Vater, aber eine Neigung zur Malerei versp\u00fcrt, f\u00fcgt seiner Ausbildung in der v\u00e4terlichen Werkstatt seit 1486 eine Lehre bei Michael Wohlgemut hinzu. Wohlgemut ist Maler und Meister des Holzschnitts und gilt als wichtigster Vertreter der \u00e4lteren fr\u00e4nkischen Schule. D\u00fcrer trifft in seiner Heimatstadt N\u00fcrnberg auf einen geistigen Raum, in dem Bildung ein Statussymbol ist. Studierzimmer, Tagenb\u00fccher, Ahnentafeln, Portraitbilder, Briefwechsel sind im N\u00fcrnberger Patriziat in Mode. Die Stadt ist das Zentrum des europ\u00e4ischen Handels. Sie verf\u00fcg \u00fcber das Privileg, mit 70 weiteren St\u00e4dten zollfreien Warenaustausch f\u00fchren zu d\u00fcrfen. Ein stetiger Strom venezianischer Luxusartikel flie\u00dft in die L\u00e4den, auch Kunstwerke der italienischen Renaissance, die der wissensdurstige junge D\u00fcrer begeistert aufnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon vor der sp\u00e4teren Begegnung mit italienischen Renaissancegr\u00f6\u00dfen wie Bellini und Giorgione hat D\u00fcrer den Ehrgeiz, die deutsche gotische Malerei zu \u00fcberwinden. Auf seinem Weg dorthin wird er ein moderner, trickreicher Kunstunternehmer. W\u00e4hrend seiner Gesellen- und Wanderjahre lernt er die kommerziellen und k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten der neuen Medien seiner Zeit kennen: Holzschnitt und Kupferstich. Er macht sie zur Grundlage seines gesch\u00e4ftlichen Erfolgs. Um seine in Serie hergestellten Kunstbl\u00e4tter in gro\u00dfem Stil auf den Markt zu bringen, fesch\u00e4ftigt er Kolporteure und &#8222;F\u00fcrlegerinnen&#8220;, die seine Drucke in den deutschen Metropolen anbieten. Seine &#8222;Apocalipsi com figuris&#8220;, eine illustrierte Johannes-Apokalypse von 1494, ist der erste Kunstbestseller der Neuzeit.<br>Dazu passt, dass der clevere Unternehmer D\u00fcrer die Notwendigkeit erkennt, seine Urheberschaft durch ein einfaches, unverwechselbares Markenzeichen sch\u00fctzen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schnell verdient er mit &#8222;gemeinem gm\u00e4ll&#8220;, also einfacher Gebrauchsmalerei und -grafik, mehr Geld als mit dem flei\u00dfigen Malen aufm\u00e4ndiger Portraits und Altarbilder. Dennoch arbeitet er mit Leidenschaft und in intensivster Auseinandersetzung an seinem Ziel, die Gotik hinter sich zu lassen. Dabei \u00fcberschreitet er Grenzen, kompositorische wie technische. Um feinere Texturen zu erreichen, malt er mit Fingern und Handballen oder setzt den Griff seines Pinsels ein. Er spritzt L\u00f6sungsmittel auf Portraits, um Verletzungen der Haut sichtbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bald ist D\u00fcrer f\u00fcr die italienischen Maler seiner Zeit ein Vorbild, der Meister der Linie. Von seinem internationalen Renommee zeugt allein die Tatsache, dass seine Techniken vielfach kopiert werden. Doch auch das Wesentliche seiner Kunst, die Kreativit\u00e4t\u00e4t, die &#8222;freie hant&#8220;, die sich \u00fcber malerische Konventionen hinwegsetzt, wird verstanden und verinnerlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In N\u00fcrnberg hat man schnell begriffen, dass der wissbegierige Empork\u00f6minlg, der seine individualistische Arbeitsweise gegen die Werkstattkollektive der Gotik setzt, nicht nur eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Begabung hat, sondern auch ein cleverer Start-Up-Unternehmer ist, dessen Handeln von \u00f6konomischen und ideologischen Motiven bestimmt wird. Das reiche N\u00fcrnberger Publikum schreit nach kleinformatigen, bezahlbaren Bildern und D\u00fcrer liefert. Seine Frau Agnes, in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis eine emanzipierte Frau und die ideale Erg\u00e4nzung seiner Lebensvorstellungen, steht auf dem Wochenmarkt zwischen Obst- und Gemseh\u00e4ndlern und verkauft die Druckprodukte aus seiner Werkstatt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So f\u00fcgt sich zu seinem Talent, seiner wachen Beobachtungsgabe, seiner Klugheit, seinem absoluten Anspruch an Professionalit\u00e4t und seinem Mut, Grenzen zu \u00fcberschreiten und Neues zu erproben auch die Gabe, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Sichtbarer Beweis seines beruflichen und gesellschaftlichen Erfolgs ist das &#8222;Selbstbildnis im Pelzrock&#8220;, in dem er seinen Anspruch auf Gleichrangigkeit gegen\u00fcber der italienischen Konkurrenz manifestiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00fcrer malt die Gro\u00dfen seiner Zeit. Er verk\u00f6rpert die Figur des Malerf\u00fcrsten in idealer Weise. Dabei ist er sich seiner famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Verantwortung zeitlebens bewusst. Seine Mutter Barbara verbringt ihre letzten Lebensjahre in seinem Haus. Kurz vor ihrem Tod zeichnet er sie in einer der eindringlichsten Bildnisstudien der Kunstgeschichte. Seit 1509 bestimmt D\u00fcrer als gew\u00e4hltes Mitglied im Gro\u00dfen Rat der Stadt die Geschicke N\u00fcrnbergs mit.<br>Als er 1528 stirbt, hinterl\u00e4sst er neben seinem reichen Schaffen auch ein betr\u00e4chtliches Verm\u00f6gen und einige Lehrb\u00fccher, in denen er seine \u00e4sthetischen und technischen Erkenntnisse und Erfahrungen der Nachwelt hinterl\u00e4sst. So erweist er sich auch als Wissenschaftler, als lebenslang Lernender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">R\u00fcckblickend wird deutlich, wie passend der Wunsch des Kollegiums aus dem Jahr 1970 gewesen ist: Das Albrecht-D\u00fcrer-Berufskolleg wird von jungen Menschen besucht, die ihr kreatives, intellektuelles und bisweilen trickreiches Potenzial auswusch\u00f6pfen lernen. Wir, die Schulleitung und das Kollegium, k\u00f6nnen unseren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern dabei helfen, sich das Multitalent D\u00fcrer zum Vorbild zu nehmen. Wenn uns das gelingt, haben wir unserem Selbstverst\u00e4ndnis von Schule entsprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albrecht-D\u00fcrer-Berufskolleg &#8211; wir tragen einen gro\u00dfen Namen Am 17. 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